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Frauen-Info - Neueste Meldungen

10.03.2003 - Von A wie Anti-Baby-Pille bis Z wie Zyklus

Düsseldorf, 6. März 2003 – Über 700.000 Frauen in Deutschland sind schwanger, über 10 Millionen Frauen sind in den Wechseljahren 1, jede vierte Frau über 50 leidet an Osteoporose 2, 19.000 Frauen sterben jährlich an Brustkrebs 3. Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre sind die bekannten Wendepunkte im Leben einer Frau und sie bringen eine Menge ungelöster Fragen mit sich. Der weibliche Körper macht viele Veränderungen durch, über die Frauen oft nur unzureichend informiert sind. Deshalb fand gestern in Düsseldorf ein Informationsforum Frauengesundheit statt. Das große Interesse an den Vorträgen der Experten hat einmal mehr gezeigt, dass eine fachliche Aufklärung zu Frauengesundheit stark nachgefragt wird. Über diese Möglichkeit einer Experten-Sprechstunde freute sich auch die Düsseldorfer Bürgermeisterin Ursula Schiefer: „Frauenmedizin sollte in Deutschland nicht länger ein Schattendasein fristen.“ Die Themen Verhütung, Schwangerschaftsvorsorge, plötzlicher Kindstod, Impfungen, Ess-Störungen und Osteoporose waren gestern Abend die Hauptthemen beim Informationsforum Frauengesundheit. „Schwangerschaft ist keine Krankheit und Frauen sollten diese Zeit genießen“, betonte Frau Dr. Gerda Enderer-Steinfort in ihrem Vortrag zu Schwangerschaftsvorsorge und Frauengesundheit „Es gibt wirksame medizinische Maßnahmen, die die Gesundheit einer Frau in jeder Lebenslage unterstützen. Nur leider sind viele Frauen nicht ausreichend darüber informiert. Für die meisten ist ein Besuch beim Frauenarzt erst dann angesagt, wenn sie bereits unter massiven Beschwerden leiden.“

Tipps für junge Mädchen
Die Pubertät ist ein wichtiger Einschnitt im Leben junger Mädchen und der richtige Zeitpunkt, regelmäßig einen Frauenarzt aufzusuchen. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin bieten eine ausführliche Beratung und psychologische Betreuung zu den Themen Sex, Verhütung, Aids, Infektionen etc. und untersuchen die gesunde Entwicklung der Geschlechtsorgane. „Junge Mädchen müssen ein Gespür dafür bekommen, dass sie für ihre Gesundheit ein Stück weit selbst verantwortlich sind,“ betonte Dr. Werner Harlfinger vom Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) auf dem gestrigen Informationsforum. „Dazu gehört z.B. ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu entwickeln und sich frühzeitig über Maßnahmen zur Krebsvorsorge zu informieren.“

Besonderes Interesse zeigten die anwesenden Frauen am Thema neue Verhütungsmaßnahmen. „Seit dem 1. Februar gibt es den Vaginalring als eine interessante Alternative zur Anti-Baby-Pille“, erklärte Dr. Harlfinger. „Der Ring ist aufgrund seiner geringen Hormondosierung gut verträglich und dennoch sehr sicher. Er kann ohne Unterbrechung drei Wochen lang im Körper getragen werden, die Benutzung ist völlig unkompliziert.“ Die Absprache mit einem Gynäkologen zur Auswahl einer geeigneten Verhütungsmethode bleibt aber auch bei diesem Mittel unerlässlich.

Tipps für erwachsene Frauen
„Masern, Diphtherie und Mumps gelten in Deutschland als Kinderkrankheiten“, gab Dr. Werner Wojcinski zu bedenken. „Dennoch ist es sehr wichtig, dass auch Erwachsene ihren Impfschutz immer wieder regelmäßig erneuern. Wir sind sehr froh, dass wir auch in der gynäkologischen Praxis Impfungen durchführen können. Frauen sind in der Regel mehr an Vorsorgemaßnahmen interessiert als Männer und sie sind es, die ein Gesundheitsbewusstsein in die Familie tragen.“

Jede vierte Frau über 50 leidet an Osteoporose, doch die Weichen für diese gefährliche Erkrankung, die für viele Wirbelsäuleneinbrüche und Oberschenkelhalsbrüche verantwortlich ist, werden bereits in jungen Jahren gestellt. „Studien haben ergeben, dass eine größere Zufuhr von Kalzium und Vitamin D in der Wachstumsphase das Osteoporose-Risiko im Alter deutlich verringert. Doch auch ältere Frauen können mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm diesem schleichenden Knochenschwund wirksam vorbeugen,“ erklärte gestern Dr. med. Werner Goldhofer in seinem Vortrag zu Prävention und Therapie von Osteoporose. „Wer sich ausreichend mit Milchprodukten versorgt, ist in der Regel gut geschützt. Allerdings sollten Sie beachten, dass das Kalzium aus der Milch vom Körper nicht aufgenommen werden kann, wenn die Milch mit Kaffee gemischt getrunken wird.“

Der Berufsverband der Frauenärzte rät: Daran sollten Frauen denken


IMPFUNGEN:

- Bis zum 18. Geburtstag: alle Standardimpfungen sollten komplett sein! Bitte beachten Sie, dass die vollständige Hepatitis B-Impfung von den Krankenkassen nur bis zu diesem Alter bezahlt wird.

- Zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr: ist noch eine 5. Keuchhusten-Impfung vorgesehen.

- Im Erwachsenenalter: sind fehlende Grundimmunisierungen nachzuholen oder unvollständige Grundimmunisierungen zu vervollständigen. Die Auffrischimpfungen sollten dann in den empfohlenen Abständen lebenslang durchgeführt werden, um die Schutzwirkung nie zu verlieren.

- Ab dem 60. Lebensjahr kommen zu den Standardimpfungen die alle 6 Jahre durchzuführende Impfung gegen Pneumokokken (gefährliche Erreger einer Lungenentzündung) und die jährliche Grippeimpfung hinzu.

KREBSVORSORGE:

- Vom 20. Lebensjahr an wird eine jährliche Untersuchung angeboten, um Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs zu erkennen.

- Vom 30. Lebensjahr an gehört dann auch die Untersuchung der Brust dazu. Werden dabei auffällige Befunde festgestellt, wird zusätzlich eine Mammographie (eine Röntgenaufnahme der Brust) veranlasst. Jetzt steht auch die Untersuchung auf Hautkrebs auf dem Programm.

- Vom 40. Lebensjahr an sind nach übereinstimmender Meinung der Experten mammographische Untersuchungen - auch ohne Anzeichen einer Erkrankung - alle zwei Jahre empfehlenswert.

- Mit 45 wird das FrüherkennungsProgramm um die Untersuchung auf Darmkrebs erweitert.

Herausgeber
Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), Postfach 20 03 63, 80 003 München, www.bvf.de

Pressekontakt
(Medical Consulting Group, Gesellschaft für Medizinberatung mbH,
Marlies Lange,
Mörsenbroicher Weg 200,
40470 Düsseldorf,
Tel. 0211-51 60 45-130,
Fax 0211-51 60 45-29,
E-Mail: marlies.lange@medical-consulting.de)

Bei der Organisation von (Hörfunk-)Interviews mit den Experten bzw. Fernsehaufnahmen helfen wir Ihnen gerne, auch für Rückfragen steht Ihnen Marlies Lange gerne unter 0211-51 60 45-130 zur Verfügung.

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1) www.destatis.de
2) www.osteoporose.com
3) Die Welt, 17.12.02