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12.04.2016 - Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms wegen gravierender Mängel unannehmbar
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

während sich der Gemeinsame Bundesausschuss mit den Eckpunkten für ein organisiertes Früherkennungsprogramm für das Zervixkarzinom und entsprechenden Änderungen der Richtlinie zur Krebsfrüherkennung befasst, wurde – wie Sie durch Präsidentenbriefe aus den Jahren 2014 und 2015 sowie Publikationen in unserer Verbandszeitschrift FRAUENARZT wissen - zeitgleich versucht, eine S3-Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms zu entwickeln. Die Konsultationsfassung, die aus Sicht der Autoren der Leitlinie wohl der endgültigen Fassung sehr nahe kommt, steht derzeit zur Kommentierung der Fachöffentlichkeit zur Verfügung:

http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Zervixkarzinom-Praevention.89.0.html 

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien und im Hinblick auf die Auswirkungen, die eine S3-Leitlinie im Regelfall hat, weisen wir darauf hin, dass die geplante Leitlinie „Prävention des Zervixkarzinoms“ qualitativ nicht annähernd den Anforderungen, die an eine S3-Leitlinie zu stellen sind, entspricht, weil sie gravierende wissenschaftliche und methodische Mängel in großer Zahl enthält.

In dem angehängten ausführlichen Schreiben an die verantwortlichen Institutionen zur Erstellung und Verabschiedung dieser Leitlinie werden eine Reihe der inhaltlichen Fehler und Mängel sowie die erheblichen Interessenskonflikte, die eine Veröffentlichung bzw. Anwendung dieser Konsultationsfassung als S3-Leitlinie verbieten, dargelegt.
Beispielsweise wird in der Leitlinie nicht darüber informiert, dass ca. 2.000 extrazervikale Karzinome nicht mehr entdeckt würden, wenn ein Wechsel von der zytologischen Untersuchung zum HPV-Test erfolgte; da etwa 2600 Zervixkarzinome pro Jahr – zusammen also 4600 Karzinome der Region - entdeckt werden, entspricht das einem sehr großen und nicht hinnehmbaren Verlust an Qualität und Quantität in der ‚Krebsfrüherkennungsuntersuchung Frauen‘; dass der HPV-Test zu mindestens 15% das Karzinom nicht erkennt: eine weitere Verschlechterung würde erfolgen.

Sie verstehen nach dem Lesen sicher, dass Ihr BVF alles dafür tun muss, die verheerenden Auswirkungen auf die Frauengesundheit zu verhindern. Damit wir – Sie und ich - wirklich alle erreichen können, studieren auch Sie bitte das Papier und die weiteren Anhänge, damit Sie den vollen Umfang des Geschehens verstehen und es den Ihnen bekannten Meinungsbildnern und Politiker erklären können.

Mit freundlichen, kollegialen Grüßen,
Ihr Dr. Christian Albring

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